Gehschule

Bei der HODEY-Gehschule handelt es sich um eine Therapietrainingsform für Prothesenträger, die durch verschiedene Übungen den Umgang mit der Prothese erlernen sollen. Wir stehen dabei als enger Partner durchweg an Ihrer Seite und begleiten Ihre individuelle Behandlung umfänglich.

Unsere Mitarbeiter sind dabei neben der therapeutischen Tätigkeit auch auf psychischer Ebene ausgebildet und helfen Ihnen, die Eigenmobilität wiederzuerlangen und zu verbessern.

 

Wer ist beim ersten Termin bei HODEY dabei?

  • Physiotherapeut
  • Orthopädietechniker
  • Patient
  • Angehörige

 

Was wird beim ersten Termin besprochen?

  • Funktionsfähigkeit der Prothese durch die Orthopädietechnik
  • Persönliche Ziele des Anwenders
  • Aufklärung über potentielle Weiterversorgung mit anderen Hilfsmitteln
  • Einbeziehung des Partners/der Angehörigen:

 

Wie kann ich den Anwender bestmöglich unterstützen?

  • Aufklärung über Eigen- und Fremdverantwortung

 

Wie sieht nach dem ersten Termin die weitere Vorgehensweise aus?

Bei der Prothese wird zwischen Interimsprothese, also einer vorläufigen Prothese direkt nach der Amputation und der definitiven Prothese, der endgültigen Prothese unterschieden. Das Vorgehen in der Therapie entscheidet sich minimal. Bei der Interimsprothese werden neben dem Ist-Zustand noch die Zielvorstellungen und ein Mindestziel des Anwenders festgelegt. Zudem werden erste Grundübungen wie Aufstehen, Hinsetzen und die ersten Meter mit einem Rollator getestet. Anhand der ersten Ergebnisse werden ein Mobilitätsgrad und ein zielgerichteter Therapieplan erstellt. Bei der Definitivprothese wird ebenfalls der Ist-Zustand zusammen mit der Zielsetzung des Anwenders als Basis genommen. Hier werden allerdings bereits gezielte Übungen festgelegt, die sowohl mit dem Physiotherapeuten, als auch täglich zu Hause vom Anwender ausgeführt werden sollen.

 

Was bedeutet der Mobilitätsgrad?

Der Mobilitätsgrad wird bei HODEY in fünf Grade eingeteilt und beschreibt den aktuellen Zustand des eigenständiges Bewegungsablaufes.

Grad 0:

Anwender ist nicht gehfähig.

Der Anwender kann sowohl selbst als auch mit fremder Hilfe die Fähigkeit sich mit der Prothese fortzubewegen nicht erlernen, um z.B. vom Bett in den Rollstuhl zu kommen.

Therapieziel: Kosmetische Versorgung und Angehörige Anlernen, den Anwender zu motivieren und das häusliche Umfeld zu erleichtern.

 

Grad 1:

Innenbereichsgeher.

Langsame, gleichmäßige Geschwindigkeit auf ebenen Untergrund, teilweise auf Hilfe angewiesen, evtl. Gehhilfen (Rollator, Gehbock)

Therapieziel: Die Anwender sollen mit der Prothese sicher stehen und in Innenbereichen kleinere Strecken von kurzer Dauer zurücklegen können.

 

Grad 2:

Eingeschränkter Außenbereichsgeher.

Gleichmäßige Geschwindigkeit, vorwiegend ebenes Terrain aber auch kleinere Hindernisse, wie z.B. Bordsteine können selbstständig bewerkstelligt werden

Therapieziel: Kleinere Strecken von kurzer Dauer können Anwender sowohl im Innen- als auch im Außenbereich sicher zurücklegen.

 

Grad 3:

Uneingeschränkter Außenbereichsgeher.

Variable Geschwindigkeiten, wechselndes Terrain und höhere Beanspruchung

Therapieziel: Sowohl draußen als auch drinnen, unterscheidet sich die Mobilität des Anwenders nur unwesentlich von einem Nichtamputierten.

 

Grad 4:

Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen.

Variable Geschwindigkeit, wechselndes Terrain, höchste Beanspruchung (z.B. durch Sport)

Therapieziel: Wiederherstellung der unlimitierten Gehfähigkeit sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.

 

Das HODEY-Phasenmodell

Sobald der Mobilitätsgrad, Ihre Zielsetzung und der Ist-Zustand erhoben sind, wird ein Therapieplan aufgestellt. Die Übungen Ihres Planes sind dabei individuell an Sie angepasst und kann daher nicht pauschalisiert aufgestellt werden. Anhand unseres Phasenmodells, können wir Ihnen einen groben Überblick, über den Therapieverlauf geben.

  • Das Modell unterteilt sich in 5 Phasen, wobei sowohl Phase 5 als auch Phase 5 in Relation zum Anwender gesetzt werden muss.
  • Die ersten drei Phasen stehen stellvertretend für die Erhöhung der Mobilität.

 

Phase 1:

In dieser Phase liegt der Fokus auf:

  • Wundheilung
  • Stumpfabschwellung
  • Stumpfvorbereitung

Hier unterstützen wir den Anwender mithilfe von Lymphdrainagen, korrekter Hilfsmittelberatung, Muskelaktivitätssteigerung nach OP, Dehnung der Stumpfmuskulatur, dem zeigen und erklären von Haut- und Narbenpflege.

 

Phase 2:

In dieser Phase lernt der Patient:

  • Das richtige Anlegen der Prothese
  • Grundkenntnisse werden eingewiesen
  • Geeignetes Muskelaufbautraining
  • Umgang mit Phantomschmerzen

Hierbei handelt es sich um das Handlung der Prothese, das Erlernen der Grundfunktionen, wie z.B. das Aufstehen und Hinsetzen, Gleichgewichtstraining, Erarbeitung des sicheren Standes und Ganges mit der Prothese auf ebener Strecke, sowie die Erarbeitung der Stand- und Spielbeinphase.

 

Phase 3:

In dieser Phase lernt der Patient:

  • Steigerung der Kondition und Ausdauer
  • Training im Gehgarten zum Erlangen von Sicherheit auf unebenen Gelände, um Ängste zu reduzieren
  • Gehtraining auf der Treppe

In dieser Phase soll die Ausdauer erhöht und der Abbau zusätzlicher Hilfsmittel, wie z.B. Unterarmgehstützen, erfolgen. Es wird ein spezielles Funktionstraining in Abhängigkeit der prothetischen Versorgung durchgeführt.

 

Phase 4:

Um den Patienten einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen, werden wir einen auf den Patienten und dessen spezifisches Arbeitsumfeld abgestimmten Therapie- und Trainingsplan erstellen.

 

Phase 5:

Ziel ist es dem Patienten alte und neue Möglichkeiten aufzuzeigen, um in der Freizeit weiter aktiv zu sein.

  • Wünsche und Vorstellungen des Patienten und die Möglichkeiten der Prothese zusammen ausarbeiten
  • Ein Konzept erarbeiten, um dem Patienten wieder ein gutes Lebensgefühl zu geben.

 

Die Gehschule bei HODEY findet in hochmodernen Räumlichkeiten mit über 200qm² Trainingsfläche und vielseitigen, modernen Trainingsgeräten. Unsere Therapeuten und Orthopädietechniker, die Sie während der Therapie begleiten sind zertifizierte und hochqualifizierte Fachkräfte, die zudem speziell im Umgang mit hochsensiblen Versorgungen geschult sind.

Falls Sie weitere Fragen zu unserer Gehschule oder einer Prothesenversorgung haben, können Sie sich unter der 02842/9132-0 oder Online einen Beratungstermin buchen.

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